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Popkultur

10 Songs, die alle The Who-Fans kennen müssen

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Zerstörte Gitarren, archaische Rock’n’Roll-Power und ausgefeilte Rock-Opern: The Who lassen sich nur schwer mit wenigen Schlagwörtern fassen, denn es gehen dabei immer viele Dinge verloren, die diese Band auszeichnen. Sie begannen als R&B-verliebte Mod-Band und prägten mit ihrer Energie, ihrer Innovationslust und musikalischem Genie die Rockmusik der 60er- und 70er-Jahre. Alle vier Mitglieder für sich waren großartige Performer und Meister ihres Fachs, Gitarrist Pete Townshend außerdem einer der kreativsten Rock-Songwriter aller Zeiten. Bevor im Dezember das zwölfte Studioalbum von The Who erscheint, kommen hier zehn Gründe, warum die Band zu den großen Säulenheiligen im Rock gehören.


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 1. I Can’t Explain

Noch zu Schulzeiten, etwa im Jahr 1959, gründete Roger Daltrey seine erste Band und nannte sie The Detours. Nach und nach stießen John Entwistle und Pete Townshend dazu. Man benannte sich irgendwann um in The Who, dann wieder in The High Numbers und veröffentlichte eine Single, doch die floppte. Also wieder zurück zu The Who, ein neuer Neustart, und dieses Mal ging es mit I Can’t Explain (1965) direkt in die britischen Top Ten. Ihr energetischer Power-Pop war perfekt für die damalige Aufbruchsstimmung in der Jugend, das belegen die vielen frühen Hit-Singles Mitte der 1960er-Jahre, etwa Happy Jack, I’m A Boy oder natürlich allen voran My Generation.

2. Substitute

Ein geniales Stück aus der Frühphase von The Who ist auch Substitute, eine Single aus dem Jahr 1966, die später auch auf der Compilation Meaty, Beaty, Big And Bouncy (1971) veröffentlicht wurde. Der Song war eine Anspielung darauf, dass The Who in ihren Anfangstagen von der Presse oft als eine Art „Rolling Stones für Arme“ gehandelt wurden. Pete Townshend gab zu, dass Substitute als eine Parodie auf 19th Nervous Breakdown der Stones gedacht war, auf einer Demo-Version versuchte er sogar so Jagger-mäßig wie möglich zu singen. Der Spaß wurde mit Platz Fünf in den Charts belohnt und ist in jeder Hinsicht mehr als nur eine Kopie.

3. A Quick One, While He’s Away

Nach all den Pop-Singles stand Pete Townshend irgendwann der Sinn nach etwas anderem, nach mehr, nach einer größeren kreativen Herausforderung. Also schrieb er A Quick One, While He’s Away, ein neunminütiges Teil, das er als „Mini-Oper“ bezeichnete und aus sechs thematischen Teilen besteht. Nicht nur die Struktur brach mit allem, was man von The Who gewohnt war – hier brachten sie auch Folk- und Country-Elemente in ihrem Sound unter, der den treibenden Rock’n’Roll im Herzen des Songs nur noch stärker unterstreicht. Im Jahr 1966 war das eine visionäre Aktion, und in Sachen Oper sollte ja noch einiges passieren.

4. I Can See For Miles

„Einer der besten Songs, die ich je geschrieben habe“, sagte Pete Townshend viele Jahre später über I Can See For Miles. 1966 nahm er erste Demos des Songs auf und entwickelte ihn daraufhin in drei verschiedenen Studios – unter anderem im Gold Star in L.A., wo Brian Wilson kurz zuvor Good Vibrations geschrieben hatte – zu einem Meisterwerk. Struktur und Gesangsharmonien von I Can See For Miles waren so komplex und der Song so schwierig auf die Bühne zu bringen, dass The Who ihn nur sehr selten live spielten. Sehr schade, denn hier stimmt auch sonst alles – Daltreys Gesang, Keith Moons irres Schlagzeugspiel und Townshends schneidende Gitarre.

5. Pinball Wizard

Bereits The Who Sell Out (1967), auf dem sich I Can See For Miles befindet, firmierte als Konzeptalbum, doch als 1969 Tommy erschien, war diese Kategorie eine regelrechte Untertreibung. Diese Rockoper war das ambitionierteste, an das sich Townshend und seine Kollegen bisher gewagt hatten, und das Experiment glückte: Im Zuge von Prog Rock wurde Rockmusik in der Öffentlichkeit endlich ernsthaft verhandelt und ein Werk wie Tommy dementsprechend abgefeiert. Weg von den Hit-Singles einer krawalligen Mod-Band, hin zum nur als Gesamtwerk zu goutierenden Doppelalbum von echten Künstlern – dieser Schritt klappte wunderbar. Und die Hits gab es trotzdem noch auf Tommy, zum Beispiel die Flipper-Hymne Pinball Wizard.

6. Baba O’Riley

Der legendäre Eröffnungssong von Who’s Next (1971) gehörte ursprünglich zu dem Material, das Pete Townshend für seine nächste Rockoper vorgesehen hatte, doch das Sci-Fi-Projekt Lifehouse wurde in dieser Form nie verwirklicht. Townshends größte Inspiration dazu war die Lehre seines Gurus Meher Baba, worauf auch der Titel dieses Songs anspielt. Ebenso wie auf den Minimal-Music-Komponisten Terry Riley, dessen Werk im Orgel-Intro von Baba O’Riley zitiert wird. Mit Who’s Next gingen The Who wieder einen Schritt weiter, weg von der sinfonischen Rockoper, hin zu etwas mehr breitwandigerem Rock-Sound.

7. Won’t Get Fooled Again

Ist Who’s Next das beste Album von Townshend und Co. und Won’t Get Fooled Again ihr größter Song? Viele würden das behaupten. Gerade letzterer Song beinhaltet so ziemlich alles, wofür Rock einst stand und heute in seinen besten Momenten immer noch steht: für Widerstand und Freiheit, für moralische Stärke und einen Weg zum Glück. Mit Songs von diesem Kaliber definierten The Who Anfang der 70er Classic- und Arena-Rock und empfahlen sich neben den Rolling Stones als die eine Band, die man gesehen haben musste.

8. Love Reign O’er Me

Kann man dieses emotionale Epos eigentlich noch Ballade nennen? Der Schlusspunkt von Quadrophenia – ja, nach Who’s Next kehrten The Who wieder zum Format Rockoper zurück – ist spätestens seit der Verfilmung des Stoffes im Jahr 1979 legendär und eine Herzensangelegenheit für Mods und Who-Anhänger. Wenn Jimmy mit seinem Roller an der weißen Felsenküste entlang fährt, ins Ungewisse, ins Nichts, und währenddessen Love Reign O’er Me dem Klimax entgegensteuert – ein unglaublich intensiver Moment.

9. Who Are You

Ende der 1970er-Jahre gelang The Who mit Who Are You (1978) eine starke Comeback-Platte. In stürmischen Punk-Zeiten wählten sie Progressive Rock als einzige Möglichkeit, ihrer Musik Dringlichkeit zu verleihen. Und das funktionierte. Leider wurde Who Are You kein Neuanfang, sondern zum Symbol für das Ende dieser großen Band. Drummer Keith Moon starb Ende 1978 an einer Überdosis. Obwohl die anderen drei Hauptmitglieder zunächst mit einem neuen Drummer weitermachten, wurde ihnen schnell klar, dass dies das Ende von The Who bedeuteten musst.

10. The High Numbers – I’m The Face

Und noch mal zurück auf Start: Die erste und einzige Single der High Numbers interessierte im Jahr 1964 nicht besonders viele Leute, obwohl I’m The Face und die ebenfalls fantastische B-Seite Zoot Suit doch total auf das Mod-Publikum zugeschnitten waren. Als 1979 Quadrophenia verfilmt wurde, nahm man die beiden Stücke der High Numbers mit auf den Soundtrack und verhalf ihnen so doch noch zu ein bisschen Chartruhm. Maximum R&B, mit dieser Ansage stiegen The Who damals in Geschäft ein. Der Beginn einer Legende.

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Platten

Motown: Die 15 wichtigsten Songs aus der legendären Hitfabrik

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Motown

Gespeist aus einem gewaltigen Backkatalog, der Jahrzehnte umspannt, haben die größten Hits aus dem Hause Motown nicht nur eine Ära definiert: Sie sind dermaßen zeitlos, dass sie längst als Inbegriff des „Classic Pop“ gelten müssen. Dass Berry Gordy es geschafft hat, sein unabhängiges Soul-Label aus Detroit zu einer der bekanntesten Musikadressen der Welt zu machen, ist an sich schon bemerkenswert. Dass die bei Motown veröffentlichten Titel auch nach so langer Zeit zu den bekanntesten und mitreißendsten Aufnahmen der Musikgeschichte zählen, unterstreicht, was für ein einzigartiges Gespür Mr. Gordy hatte. Die 15 Titel, die nun folgen, sind dabei nur die Spitze des Eisbergs.

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15. I Want You (Marvin Gaye)

Das Verlangen überwältigt Marvin Gaye im Verlauf des Titelsongs seines I Want You-Longplayers aus dem Jahr 1976. Produziert von Leon Ware, der außerdem Co-Autor ist, kann sich dieser Song mitunter sogar fast schon zu intim anfühlen, sollte man gerade nicht in Stimmung sein – doch wer bitte ist schon nicht in Stimmung, wenn Mr. Gaye loslegt?

14. Heaven Must Have Sent You (The Elgins)

Die vom Hitmaker-Trio Holland-Dozier-Holland komponierte und produzierte Single sollte für The Elgins der einzige wirklich große Hit bleiben – dabei hätten ihre Ausnahmestimmen deutlich mehr Erfolge verdient. Doch 1966 ein Top-50-Titel in den Staaten, mussten sie auch noch fünf Jahre warten, bis ihr Hit in England die Top-3 knackte. Trotzdem: Auch musikalisch ganz klar ein Geschenk des Himmels!

13. Just My Imagination (Running Away With Me) (The Temptations)

Eine verträumte – genauer: tagträumerische – Ballade, die zugleich als Abschiedsgeschenk von Eddie Kendricks an The Temptations fungierte. Was als Geschichte von einem verblendeten Schwärmer beginnt, verwandelt Kendricks in einen Traum aller Fans. Außerdem war’s ein Abschiedsgruß an den Kollegen Paul Williams, der 1971 aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste.

12. Reach Out I’ll Be There (Four Tops)

Der Monsterhit der Four Tops aus dem Jahr 1966. Levi Stubbs aktiviert jeden Muskel, spannt jede Sehne, belastet seine Stimmbänder aufs Äußerste, um allen Zuhörenden klarzumachen, dass er bereit wäre, sie zu fangen, sollten sie denn einmal fallen. Was für ein Typ. Was für ein Track.

11. My Guy (Mary Wells)

Die etwas wehklagend wirkende Sirene zu Beginn markiert den Auftakt zu jenem Song aus dem Jahr 1964, der damals wie eine Bombe einschlug. Von Smokey Robinson komponiert, war der Song für Mary Wells hinterher auch der größte Motown-Hit – denn wenig später verabschiedete sie sich nach vielen Jahren vom Label. Auch heute klingt der Song immer noch so klar und lebendig wie vor gut 50 Jahren.

10. My Girl (The Temptations)

Die Antwort auf My Guy (Mary Wells) schrieb Smokey mit My Girl: Der nächste große Wurf, der gerade durch das reduzierte Gitarrenspiel von Robert White so unwiderstehlich wird, weil das Motiv so grandios mit David Ruffins Gesang harmoniert. Zärtlich und dabei doch lebhaft, darf dieser Titel als inoffizielle Hymne und Erkennungsmelodie der Temptations gelten.

9. Sir Duke (Stevie Wonder)

Mit seiner Verneigung vor jenen Swing-Jazz-Ikonen, die ihn als Kind inspiriert hatten, lieferte Stevie Wonder im Jahr 1976 einen dermaßen ausgelassenen Titel ab, dass man fast meinen könnte, „Sir“ Duke Ellington persönlich habe ihn eingespielt – nur klang die Single dafür dann doch einen Tick zu funky! Ein großer, fröhlicher, überschwänglicher Platz-1-Kandidat im Jahr 1977.

8. Stop! In The Name Of Love (The Supremes)

Schluss mit den Spielchen, Junge! Denn The Supremes wissen ganz genau, was du da treibst – und der dazugehörige Song funktioniert als Bitte um Besserung und als unüberhörbarer Warnschuss zugleich. Allein wie die charmanten Damen das Wörtchen „charms“ benutzen! Also wenn diese Message nicht bei ihm ankommt, dann kann er nur ein seelenloses Wesen sein. Oder taub.

7. The Tracks Of My Tears (The Miracles)

Noch so ein miracle von Smokey: Dieses vertonte Geständnis war 1965 ein Top-10-Hit in den USA – hätte aber noch deutlich höher in den Charts klettern müssen. Das Problem: Die Dinge sind nicht immer so, wie es scheint. Ein Thema, das er auch mit Tears Of A Clown umkreisen sollte. Sein Leid ist der Stoff für ein Lied, das man nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

6. I Want You Back (Jackson 5)

Die Jungs aus Gary, Indiana drehten mal so richtig auf für ihre erste Tamla-Veröffentlichung: Wie eine Kreuzung aus ganz, ganz jungen Sly And The Family Stone mit den Temptations im Teenager-Alter wirkte das. Veröffentlicht 1969, ganz oben in den Charts im Jahr drauf: Es war die Geburtsstunde eine Legende.

5. What Becomes Of The Brokenhearted (Jimmy Ruffin)

Auch der Bruder des Temptations-Sängers ergriff seine Chance bzw. das Mikrofon: Hier präsentiert er eine eher düstere Geschichte aus dem Land der Verlassenen und Einsamen. Von Anfang an beliebter bei den Briten und Britinnen als in den USA, schaffte es die Single doch immerhin auf Platz 7 der US-Charts. Kein Wunder bei so viel Soul.

4. I Heard It Through The Grapevine (Marvin Gaye)

Marvin Gaye war nicht der erste, der I Heard It Through The Grapevine aufgenommen hat. Auch nicht der erste, der damit die Charts eroberte, denn das hatten vor ihm schon Gladys Knight And The Pips übernommen. Trotzdem ist seine Version, gedrosselt und eindringlich, diejenige, die zum Klassiker werden sollte. Die Single war riesengroß im Jahr 1968. Und sie ist es heute noch.

3. Papa Was A Rollin’ Stone (The Temptations)

Auch diesen Song hatten Undisputed Truth schon im Jahr zuvor eingespielt, aber erst The Temptations machten ihn 1973 zum Mega-Hit. Man sagt, die Bandmitglieder hätten sich zunächst nicht wirklich wohl damit gefühlt, dermaßen abfällig über ihre Papas zu reden – schließlich waren die Väter allesamt ganz anständige Leute. Pure Fiktion also, und fantastisch eingängig verpackt.

2. Someday We’ll Be Together (Diana Ross And The Supremes)

Mit dieser Version des Johnny And Jackey-Duetts aus dem Jahr 1961 verabschiedete sich Diana Ross von den Supremes: Passend dazu klingt der Song denn auch nach Resignation und Hoffnungsschimmer zugleich. Das Arrangement ist dem Original überraschend ähnlich; verantwortlich dafür war Johnny Bristol persönlich, der Johnny also von Johnny And Jackey. Ironisch daran ist vor allem, dass die Supremes genau genommen gar nicht mitsingen. Denn man hört nur Diana Ross, deren Stimme von Mr. Bristol immer höher und höher getrieben wird.

1. Ain’t No Mountain High Enough (Marvin Gaye & Tammi Terrell)

Die Bergspitze des Sixties-Pop, einer der größten Soul-Tracks aller Zeiten, und für viele Menschen auch ganz klar: der Höhepunkt der Motown-Ära. Der von Ashford & Simpson komponierte Song vereint Gospel-Wurzeln mit himmlischem Soul – in einem Arrangement, das sich aus seichten Tälern bis in luftige Höhen erhebt. Marvin und Tammi klangen nie besser als hier, weder zusammen noch als Solokünstler. So leidenschaftlich. So ambitioniert.

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Motown Records: Vom Party- zum Protest-Sound einer ganzen Generation

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Popkultur

Zeitsprung: Am 16.5.2010 verstirbt der große Ronnie James Dio.

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Foto: Fin Costello/Redferns/Getty Images

"Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 16.5.2010.

von Frank Thießies und Christof Leim

Am 16. Mai 2010 verstummt eine der größten Stimmen des Hard Rock und Heavy Metal: Ronnie James Dio erliegt im Alter von 67 Jahren einem Magenkrebsleiden. Mit den Bands Rainbow, Black Sabbath und seiner eigenen Formation Dio hat der Sänger beide Genres über Jahrzehnte hinweg mit seinem Göttergesang geprägt wie kaum ein anderer. Ganz zu schweigen von der Einführung einer szenetypischen Handgeste und einem Faible für Fantasy-Texte….

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Hier könnt ihr euch Dios größte Solohits in der Livefassung anhören:

Auf die Welt kommt Ronald James Padavona am 10. Juli 1942 in Portsmouth, New Hampshire, seine Kindheit verbringt er in Cortland, New York. Zur Musik kommt der Junge zunächst durch eine klassisch orientierte Ausbildung an der Trompete. Bass und seine legendäre Kernkompetenz, der Gesang, gesellen sich erst später zu seinem Repertoire. Zunächst verfolgt er seinen Musikertraum in Schultanzkapellen und später in diversen Rock’n’Roll-Gruppierungen, ab 1960 gibt es sich den Mafioso-inspirierten Künstlernachnamen Dio. 


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Von Elfen und Trompeten

Anfang der Siebziger wird es dann wirklich ernst. Im August 1972 veröffentlich Dio mit seiner langjährigen Band Elf den ersten gleichnamigen Langspieler, der noch irgendwo zwischen Blues und Pub-Rock pendelt. Trotz Deep Purple als prominenten Paten und Unterstützern bringen Elf zwar auf drei Platten, schaffen den großen Durchbruch aber nicht. Dafür ist Deep-Purple-Gitarrist Ritchie Blackmore derart von Dio begeistert, dass er den Sänger und den Rest von Elf (minus den Gitarristen) als Begleitmusiker für seinen ersten Albumalleingang Ritchie Blackmore’s Rainbow (1975) engagiert – und nach dem Ausstieg bei Deep Purple zu seiner neuen Soloband macht. Im Verlauf von drei gemeinsamen Alben, unter dem verkürzten Namen Rainbow (etwa Long Live Rock’n’Roll  und On Stage) finden Dios Ausnahmestimme und seine Leidenschaft für Drachen und andere Fantasyfiguren ihre hart rockende Spielwiese.

Mit dem als schwierig geltenden Blackmore kommt es 1979 jedoch zum Streit. Als glückliche Fügung gestaltet es sich, dass Black Sabbath just ihren Sänger Ozzy Osbourne rausgeworfen haben und ihr Gitarrist Tony Iommi mit Dio bereits bekannt ist und zusammenarbeiten möchte. Die neu geschmiedete stählerne Allianz entfacht mit dem 1980 erscheinenden künftigen Klassiker Heaven And Hell nicht nur einen gehörigen kreativen Funkenschlag, sondern schafft es auch, die seit Ende der Siebziger stilistisch und qualitativ strauchelnden Black Sabbath für eine neue metallische Dekade fit und gleichermaßen relevant zu machen. 

Die Pommesgabel

Während seiner Zeit mit Black Sabbath bringt Dio auch (s)ein ultimatives metallisches Markenzeichen ins Spiel. Die sogenannte „mano cornuta“, italienisch für „gehörnte Hand“, und heute gemeinhin als „Pommesgabel“ bekannt, wird schnell zum neuen Heavy-Metal-Wahrzeichen und globalen Erkennungsgruß unter der wachsenden Krachmusikgemeinde. Musikalisch und menschlich leben sich der Sänger und Black Sabbath jedoch schneller auseinander, als es den (neuen) Fans lieb ist. Nach lediglich zwei Studio- und einem Livealbum geht man – zunächst – wieder getrennter Wege. 

Dio gründet im direkten Anschluss mit Schlagzeuger Vinny Appice, Gitarrist Vivian Campbell und Bassist Jimmy Bain die Band, die seinen Namen trägt. Deren Debüt Holy Diver gerät 1983 zum gefeierten Erfolg und bildet den Grundstein einer Solokarriere, die vom Zweitwerk The Last In Line (1984) bis zur 2004er-Veröffentlichung Master Of The Moon zehn Studioalben umfasst. Insbesondere in den Achtzigern sind Dios Songs nicht nur für alle Tolkien-Jünger und Rollenspiel-Fans ein Traum. Vielmehr gestaltet der Sänger mit wechselnden musikalischen Mitstreitern das Bild vom hymnischen Achtziger-Metal maßgeblich mit und stellt zudem die Weichen für das Schwertschwinger-affinste Subgenre: Power Metal.

Himmel und Hölle

An die Erfolge der fruchtbaren Symbiose mit dem Black-Sabbath-Lager kann der grazile Mann mit der großen Stimme ebenfalls noch zwei Mal anknüpfen. Zunächst kreuzen sich die Wege von Dio, Schlagzeuger Vinny Appice und der Hälfte der Sabbath-Urbesetzung aus Tony Iommi und Geezer Butler für das gemeinsame Black-Sabbath-Album Dehumanizer im Jahre 1992 erneut. 2009 erlebt dieselbe Konstellation mit der Platte The Devil You Know unter dem neuen Bandnamen Heaven & Hell einen zweiten Frühling. Gefeierte Tour- und Festivalauftritte wie etwa der vom Wacken Open Air 2009 (welcher sich nachträglich als letzter Auftritt von Ronnie James Dio auf dem europäischen Festland entpuppen wird) lassen einen neuen Lauf für die Formation erhoffen. 

Rest in peace: Ronnie James Dio – 1942-2010. Foto: Gene Kirkland/Warner/Promo

Dann kommt die verheerende Krebs-Diagnose. Bis zum Schluss plant der Erkrankte eine baldige Rückkehr auf die Bühne und bucht Termine mit Heaven & Hell um. Doch am 16. Mai 2010 erliegt er schließlich im Alter von 67 Jahren seinem Krebsleiden. Ein Tag, an dem die Welt des Metal und der Musik allgemein kollektiv trauert. Gedenkaktionen wie etwa die Umbenennung von Festivalbühnen zu Ehren des Meisters sind in Folge an der Tagesordnung, ebenso Tribute-Bands oder einfach neue Zusammenschlüsse von ehemaligen Weggefährten, etwa in Last In Line oder Dio Disciples. Sogar als Hologramm erfährt Dio inzwischen gelegentlich seine Wiederauferstehung auf der Bühne, was ihn auf Augenhöhe mit anderen toten Projektionsstars wie Elvis, Roy Orbison oder Tupac Shakur erhebt, die Fans aber auch polarisiert. Die Dinge gestalten sich eben komplizierter, wenn man schon zu Lebzeiten eine Lichtgestalt ist… 

Zeitsprung: Am 17.4.1980 feiern Black Sabbath mit Dio Premiere – in Ostfriesland.

 

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Zeitsprung: Am 15.5.1959 kommt Andrew Eldritch (Sisters Of Mercy) zur Welt.

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Andrew Eldritch

Anekdoten, Jubiläen und wilde Geschichten: Was an diesem Tag in der Welt der Musik passiert ist, lest ihr täglich in unserem Zeitsprung. Heute: 15.5.1959.

von Timon Menge und Christof Leim

Rabenschwarze Haare, ein unvergleichlicher Bariton und Wangenknochen, die jedes Topmodel vor Neid erblassen lassen: Als „Godfather Of Goth“ hat Andrew Eldritch von den Sisters Of Mercy dabei geholfen, die Regeln für eine ganze Szene zu schreiben – auch wenn er diesen Spitznamen nicht gerne hört. Am 15. Mai feiert er Geburtstag.

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Hört hier in die besten Songs der Sisters Of Mercy rein:

Klickt auf „Listen“ für das gesamte Album.

Eigentlich beginnt Eldritchs musikalisches Leben als Trommler. Am 15. Mai 1959 unter dem Namen Andrew William Harvey Taylor in der englischen Kleinstadt Ely geboren, studiert er zunächst französische und deutsche Literatur in Oxford. Gegen Ende der Siebziger zieht es ihn nach Leeds, wo er Kurse in Mandarin besucht. Zwar schließt er keinen seiner Studiengänge ab, spricht aber bis heute fließend Französisch und Deutsch, hat Kenntnisse in Niederländisch, Italienisch, Russisch, Serbokroatisch sowie Latein. Eine kleine Beruhigung für alle Menschen mit normal ausgebildetem Sprachtalent: Mandarin, also im Wesentlichen Chinesisch, konnte sich sogar Eldritch nicht merken.

Bereits zu Studienzeiten treibt er sich als Schlagzeuger in der Punkszene von Leeds herum. Im Jahr 1980 trifft er Gary Marx, gemeinsam gründen die beiden die Sisters Of Mercy. Der Grund: Die Musiker möchten sich gerne in der Radiosendung von DJ-Legende John Peel hören. Auf der ersten Single Damage Done/Watch/Home Of The Hit-Men trommelt Eldritch noch, übergibt den Job aber schnell an einen Drumcomputer, der fortan unter der Bezeichnung Doktor Avalanche läuft. (Über die Jahre ändern sich die verwendeten Geräte immer wieder, bis die Gruppe schließlich auf Notebooks umsteigt.) Zu jener Zeit steigt auch Bassist Craig Adams ein. Eldritch kann sich nun voll auf seinen Gesang konzentrieren — ein musikalisches Element, dass die Sisters zukünftig maßgeblich prägen wird.



Nach zahlreichen Besetzungswechseln, der Gründung des hauseigenen Labels Merciful Release, ein paar Singles, darunter das erfolgreiche Temple Of Love von 1983,  sowie zwei EPs erscheint 1985 das Debüt First And Last And Always. Es verhilft der Gruppe in Großbritannien aus dem Stand auf Platz 14 der Charts.



Im Rahmen der letzten Änderung des Line-ups steigt Gitarrist Wayne Hussey (The Mission, Dead Or Alive) ein, gemeinsam definieren er und Eldritch den vorläufigen Sound der Sisters. Nach der Albumveröffentlichung kommt es jedoch zum Streit und zur kurzfristigen Auflösung, nur Eldritch bleibt übrig. Der Ruhm setzt ihm zu, vor allem seine vermeintliche Rolle als alleiniger Begründer des Gothic Rock.



Zwei Jahre später schließt sich Eldritch mit Bassistin Patricia Morrison zusammen. 1987 folgt die Scheibe Floodland, deren erste Single-Auskopplung This Corrosion den ersten Hit der Sisters markiert. Doch auch Morrison bleibt nur zwei Jahre an Bord, ihr musikalischer Beitrag zur Gruppe ist umstritten. So gibt Eldritch 1992 zu Protokoll: „Ich dachte damals, dass es unhöflich und nicht sehr hilfreich sei, wenn ich öffentlich bekannt gebe, dass sie keinen einzigen Song geschrieben und die Stücke auch nicht im Studio eingespielt hat. Oder dass sie während der ganzen Zeit in der Band nie eine Gitarre in der Hand hatte, außer für Musikvideos. Kein Wunder, dass sie nicht richtig spielen konnte, wenn es mal gefordert war.“ Die Streitigkeiten führen zu einer Gerichtsverhandlung zwischen den beiden. Das Ergebnis: eine Geheimhaltungsvereinbarung.

Die einzige Konstante bei den Sisters Of Mercy (außer dem Drumcomputer): Andrew Eldritch 1993

Wenig später siedelt Eldritch nach Hamburg um, wo er den deutschen Gitarristen Andreas Bruhn kennenlernt. Bassist Tony James und Gitarrist Tim Bricheno vervollständigen die Band. 1990 veröffentlichen die Sisters Of Mercy mit Vision Thing ihr drittes Album. Einzige personelle Konstanten seit den Anfängen: Andrew Eldritch und Doctor Avalanche. Mehrere Singles werden ausgekoppelt, vor allem der von Meat-Loaf-Stammkomponist Jim Steinman mitverfasste Song More läuft im Musikfernsehen rauf und runter.



Vision Thing bleibt bisher (Stand: 2019) das letzte Studioalbum der Sisters Of Mercy – aus Prinzip. Die Gruppe protestiert gegen ihren Plattenvertrieb und weigert sich, neue Musik aufzunehmen. 1992 und 1993 erscheinen noch zwei Compilations. Anschließend schlagen Eldritch und seine wechselnden Begleiter den Weg einer reinen Live-Band ein und touren, was das Zeug hält.

Die Sisters zu Zeiten von „Vision Thing“

Weil er aus vertraglichen Gründen keine Platten unter seinem eigenen Namen auf den Markt bringen darf, agiert der Frontmann während der Neunziger unter verschiedenen Pseudonymen, zum Beispiel Paris Riots oder Leeds Underground. Er bewegt sich nun im Technobereich, zu einer Veröffentlichung kommt es aber nicht. Erst 1997 spielt er unter dem Namen SSV ein Album namens Go Figure ein, das zur Folge hat, dass die Plattenfirma Time Warner die Sisters Of Mercy aus ihrem Vertrag entlässt. Der vollständige Name seines neuen Projektes lautet SSV-NSMABAAOTWMODAACOTIATW, eine Abkürzung für: „Screw Shareholder Value – Not So Much A Band As Another Opportunity To Waste Money On Drugs And Ammunition Courtesy Of The Idiots At Time Warner“. Touché. Eine offizielle Veröffentlichung bleibt aus.

Um sich von seinem Gothic-Image zu lösen, blondiert sich Eldritch die Haare, später rasiert er sie vollständig ab. Interviews gibt er nur selten, neue Sisters-Studioalben bleiben bis heute außer Sicht. Und in der Tat: Ruft man auf der Website der Sisters Of Mercy heute den Menüpunkt „Record News“ auf, öffnet sich eine kryptische Fehlermeldung.

Andrew Eldritch 2009 – Pic: Mendor/Wiki Commons

Zeitsprung: Am 27.7.1986 sticht ein Mann bei einem The-Cure-Konzert auf sich ein.

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